Wissenskick

WAS SIE SCHON IMMER ÜBER HÜHNER WISSEN WOLLTEN

1. Futter

Gutes aus dem Ländle… statt billiges Fastfood für unsere Mistkratzerle!

Mit unserem hochwertigen regionalen Futter stärken wir nicht nur die Gesundheit unserer Hühner, sondern auch die heimische Landwirtschaft und verhindern unnötige lange Transportwege.

Klein aber OHO...

Die Hühner können was! Wer glaubt, Hühner würden aufgrund. Ihrer geringen Größe nur wenig Futter und Wasser benötigen, der irrt gewaltig. Natürlich ist der Futterbedarf bei Hühnern je nach Rasse und Größe des Huhns unterschiedlich, als Faustregel gilt jedoch rund 120 Gramm Hühnerfutter und 250 ml Wasser pro Tier und Tag. Sie glauben Sie trinken viel? Vergleichen Sie Ihren Wasserbedarf und Ihre Nahrungsaufnahme mit dem eines Huhnes, müssten Sie jeden Tag ungefähr 7 Liter Wasser und rund 3,5 Kilogramm Nahrung zu sich nehmen.


Einblick

Haben Sie Sinn für hübsch angerichtetes Essen? Hühner wählen ihr Futter nach optischen Kriterien aus. Wenn sie sich entschieden haben, was sie (fr)essen wollen, wird das aufgenommene Futter durch zahlreiche kleine Drüsen in der Schnabelhöhle eingespeichelt, damit es durch die Speiseröhre rutschen kann. Es gibt einen Zwischenstopp beim Kropf, um das Futter weiter aufzuweichen, die dafür notwendige Flüssigkeit nehmen die Hühner mit dem Trinkwasser auf. Die 'angeforderte' Menge an Futter hängt vom Füllzustand des Magens ab. Ohne Zähne gehts auch Im Muskelmagen wird die eigentliche Kautätigkeit ausgeführt, daher spricht man auch gerne vom Kaumagen. Das Innere des Magens ist mit einer Hornlage überzogen, die durch Muskelbewegung das Futter zermalmt. Schon mal Steine gegessen? Unterstützt wird der Mahleffekt im Kaumagen der Hennen durch die instinktive Aufnahme von kleinen Steinchen, die wie Mahlsteine im Magen wirken.

Ausblick

Ja zu Regionalität, nein zu Gentechnik! Wir haben uns bewusst dafür entschieden, bei der Fütterung unserer Tiere kein Futter aus Gentechnik veränderten Futterpflanzen zu verwenden. Damit möchten wir den Eintrag von gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt vermindern und eine gentechnikfreie Produktion von Saatgut und Lebensmitteln auch für weitere Generationen ermöglichen. Selbstverständlich sind die regional erzeugten Sojabohnen, wie auch die im Futter verwendeten Getreidearten gentechnikfrei in Baden-Württemberg erzeugt. Möglich wurde dies durch den Versuchsanbau von heimischen Sojabohnen in Baden-Württemberg, den das Kraichgau Raiffeisen Zentrum mit den vor Ort ansässigen Landwirten im Jahr 2012 startete. Dieser Versuchsanbau war sehr erfolgreich, so dass heute jährlich über 2.000 Hektar Sojabohnen unter Federführung des Kraichgau Raiffeisen Zentrums für die Landwirte aus der

Gemeinschaft angebaut werden.


2. Eierlegen

AB WANN LEGT EINE HENNE EIER?

Wenn eine Henne 20 bis 21 Wochen alt ist, beginnt sie mit dem Eierlegen. Der genaue Zeitpunkt ist dabei abhängig vom Ernährungszustand, der Temperatur und insbesondere der Helligkeit und der Tageslänge. Kürzere Tage und verringerte Helligkeit so- wie Kälte bewirken, dass die Legehennen keine Eier legen. D.h. im Winter legen die Hennen weniger als im Sommer, sofern kein zusätzliches Licht im Stall ist. Kann ein Huhn ohne Hahn ein Ei legen? Eine Henne benötigt keinen Hahn, damit sie Eier legen kann. Hühner legen Eier, unabhängig davon, ob sie befruchtet sind oder nicht. Küken schlüpfen nur aus Eiern, die vom Hahn befruchtet wurden.

LEGEN BRAUNE HÜHNER AUCH BRAUNE EIER?

Nein, die Farbe der Eier ist genetisch bedingt. Sie können weiß, braun, cremefarben oder sogar grünlich sein. Die Farbe bringt das Huhn ganz am Ende der Eischalenbildung hinzu und hat somit nichts mit der Farbe des Gefieders zu tun.

Bei reinrassigen Hühnern kann man unter Umständen von deren Aussehen auf die Schalenfarbe schließen. Man muss aber schon etwas genauer hinschauen: Und zwar auf die Hautlappen unter dem Ohr des Huhns, die sogenannten Ohrscheiben. Sind diese weiß, so legt es auch meist weiße Eier. Sind die Ohrscheiben rot, ist die Eischale hingegen in der Regel braun. In der Zusammensetzung der Nährstoffe unterscheiden sich die verschieden farbigen Eier nicht. Trotzdem ist die Nachfrage nach braunen Eiern oft höher, weil der Verbraucher die braune Schale eher mit 'Freiland' und 'Bio' verbindet.


3. Abstammung

HÜHNER ALS HAUSTIERE

Das Rote Kammhuhn (Bankivahuhn) gilt als Stammvater unseres Haushuhns und kommt aus dem Urwald. Die Verwandlung vom Wildtier zum Haustier begann bereits weit vor Christi Geburt – vor fast 8000 Jahren, wie Knochenfunde aus der Jungsteinzeit belegen. Damals entwickelte sich der Mensch weg vom Jäger und Sammler hin zum sesshaften Bauern.

In Mitteleuropa gab es die ersten Belege, dass Menschen schon in der frühen Eisenzeit Hühner hielten. Damals wurden sie  allerdings ausschließlich im Stall gehalten, da sie nicht standorttreu waren und zudem sehr gut fliegen konnten. Den Durchbruch und die weite Verbreitung des Haushuhns im europäischen Raum haben wir den Römern zu verdanken. Sie waren es, die Hühner im großen Stil züchteten und sie als Fleisch- und Eier- lieferant bekannt und beliebt machten.

WAS HABEN DIE DINOSAURIER MIT HüHNERN ZU TUN?

Unsere Haushühner stammen von 'aufgetakelten Reptilien' ab, wie es der englische Naturforscher Thomas Henry (1925 – 1995) ausdrückte: Die Urahnen der Hühner sind tatsächlich die Dinosaurier. Die Ahnen unseres braven Haushuhns waren eierlegende und zu- dem ziemlich gefährliche Raubsaurier. Die Veränderungen im Laufe der Geschichte von den tonnenschweren zweibeinigen Echsen aus der Linie der Raptoren bis hin zum flugfähigen Huhn von heute dauerte 150 Millionen Jahre. Die Reptilienschuppen tauschten sie dabei gegen Federn ein. Die Schuppen an den Füßen zeugen bis heute von ihren Vorfahren – genau wie das Gelege und der Wechsel des Gefieders.

Da sich das Federkleid von Hühnern und natürlich von allen anderen Vögeln auch im Laufe der Zeit abnutzt, können es die Hühner in regelmä- ßigen Abständen erneuern. Hühner erreichen das durch die Mauser, die vom Körper durch entsprechende Hormone gesteuert wird. Dabei wer- den alte Federn abgestoßen, während die neuen Federn nur darauf warten, durchzuschieben.


MACH DICH NACKIG - DIE MAUSER

Je nach Umfang kann man zwei Arten der Mauser unterscheiden. Zum einen die Teilmauser, in der lediglich ein Teil des Federkleids durch neue Federn ersetzt wird und die Vollmauser, in der das komplette Federkleid durch ein neues ersetzt wird.

 

Wenn Hühner etwa ein Jahr alt sind, setzt die erste Vollmauser ein. Diese dauert ca. 4 – 6 Wochen. Aufgrund dieser natürlichen Erneuerung des Federkleids sehen die Hühner in der Mauser nicht gerade schön aus und werden deshalb gerne für Kritik an der Hühnerhaltung herangezogen.

Hier sollte jedoch immer zwischen Federpicken und dem natürlichen Wechsel des Federkleids der Hühner unterschieden werden. Dazu muss man sich die Tiere genau anschauen und das Alter kennen und nicht pauschal urteilen, sonst vermittelt man ein falsches Bild und der Landwirt wird zu Unrecht verdächtigt, die Tiere nicht richtig zu pflegen.